Gesundheit

Goodbye Erkältung! Christina Wolff-Staudigl erklärt die heilende Wirkung von Sternanis

Sternanis kann weit mehr, als uns nur den Glühwein verfeinern. Naturheilkundeexpertin Christina Wolff-Staudigl klärt auf.
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Gegen Erkältung ist kein Kraut gewachsen? Und ob! Ein höchst wirksames ist dabei Sternanis (Foto: Shutterstock)

Hat Sie die Erkältungszeit ebenfalls fest im Griff? Kaum jemand leidet gerade nicht unter einer elendig laufenden Nase oder unter den ungeliebten Grippgefühlen, die die kalten Wintermonate mit sich bringen. Doch was für Hausmittel eignen sich, wenn man nun nicht ständig zu Ibuprofen und co. greifen möchte?

Den gut gemeinten Rat 'Trink doch einen Ingwer-Tee gegen deine Erkältung, das hilft!' kennt nun wirklich jeder. Jedoch schlägt gerade ein neues pflanzliches Heilmittel Wellen und gilt als absoluter Geheimtip: Sternanis! Das weihnachtliche Gewürz wird aus den Früchten des immergrünen chinesischen Baumes Illicium verum gewonnen. 

Seinen Namen erhielt es dank seiner sternförmigen Schoten, aus denen die Gewürzsamen geerntet werden. Das Besondere: Sein intensives Aroma, das an Lakritze erinnert. Aufgrund der Ähnlichkeiten in Geschmack und Namen wird Sternanis oft mit Anis verwechselt, die beiden sind allerdings tatsächlich nicht miteinander verwandt. Letztlich ist Sternanis nicht nur für seinen ausgeprägten Geschmack und seine kulinarischen Einsatzmöglichkeiten bekannt, sondern auch für seine medizinischen Heilwirkungen. Um die heilsamen Eigenschaften des Gewürzes besser zu verstehen, haben wir für Sie mit einer Expertin der Kräuterheilkunde gesprochen.

Christina Wolff-Staudigl führt seit 2013 die beliebte Drogerie Staudigl in Wien. Frau Wolff-Staudigl erzählt uns diesmal alles über die heilsamen Eigenschaften des noch recht unbekannten Gewürzes Sternanis, über den Umgang mit Zweiflern der holistischen Medizin und mit welche pflanzliche Hilfsmittel uns ebenfalls über den Winter helfen werden. 

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Christina Wolff-Staudigl ist gelernte Drogistin und leitet eine der bekanntesten Drogerien Wiens: "Der Staudigl" in der Wollzeile (Foto: Staudigl)

Sehen Sie, Ihrer Erfahrung nach, das Interesse an pflanzlicher Medizin steigen?

Christina Wolff-Staudigl: "Umweltbewusstsein bzw. Nachhaltigkeit sind bereits tief in die Gesellschaft hineingewachsen. Damit steigt auch das Interesse und das Verständnis der Wechselwirkung zwischen Menschen und Natur. Dabei geht es allerdings nicht nur um die Gesundheit. Die Pflanzenwelt bereichert auch den Kosmetikschrank, die Kochkunst, den Haushalt und letztendlich auch die DIY-Bewegung. Der Sternanis ist dafür ein gutes aktuelles Beispiel."

 

Gibt es beim Kauf von Sternanis Merkmale, auf die man achten sollte? Sowie Unterschiede bei der Qualität des Gewürzes? 

Christina Wolff-Staudigl: "Am besten kaufen Sie Sternanis als ganze Sterne, denn er verliert schnell sein Aroma. Da die Hülle aromatischer ist als die Kerne, wird der Sternanis samt Hülle verwendet, Einfach bei Bedarf in einem Mörser oder in einer Mühle zerkleinern. Wichtig ist, dass man Echten Sternanis in einem vertrauensvollen Fachgeschäft kauft, damit es zu keinen Verwechslungen mit dem giftigen japanischen Sternanis kommt, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht und nicht zum Verzehr geeignet ist. Bei Nahrungsergänzung am besten beraten lassen, die Herkunft kontrollieren und sowie die INCI Liste. Oder einfach gut beraten lassen."

 

In welcher Form sollten wir Sternanis denn verzehren? 

Christina Wolff-Staudigl: "Er ist als Hausmittel vielseitig anwendbar. Sternanis stärkt unser Immunsystem, wirkt dank der enthaltenen Shikimisäure außergewöhnlich antiviral und antibakteriell, zudem schleimlösend, entzündungshemmend, krampflösend, antioxidativ und entspannend. Er ist deshalb auch Basis vieler bekannter Grippemittel und von Salben für den Nasen und Brustbereich, die das Atmen erleichtern. Er ist auch fein zum Inhalieren. Im Tee oder in Getränken lindert er Husten, hilft den Bronchien, wirkt bei Sodbrennen und Verdauungsproblemen. In der Küche wird er als Gewürz immer beliebter. Und es gibt ihn in Kapselform als unterstützende Nahrungsergänzung."

 

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Foto: Staudigl

L'Officiel: Wie begegnen Sie jenen Menschen, die die Wirksamkeit von pflanzlichen Heilmitteln gegenüber chemischen Alternativen anzweifeln?

Christina Wolff-Staudigl: "Natürlich haben Hausmittel Grenzen, sie dienen in erster Linie der Prävention und der Stärkung und sind eine Ergänzung der Schulmedizin. Bei ernsthaften Erkrankungen empfehlen auch wir immer den ärztlichen Rat."

 

Wenn Freundinnen Sie nach Rat fragen, was ist ihr persönliches Lieblingsrezept gegen Erkältungen in der Grippezeit? 

Christina Wolff-Staudigl: "In unserer Familie ist Sternanis in Grippezeiten schon immer das Mittel unserer Wahl, aber auch Cistus-Lutschtabletten. Letztere vor allem, wenn wir viel unter Menschen sind. Die Lutschtabletten bilden einen Schutzfilm, der sich über die Mund- und Rachenschleimhäute legt und damit das Eindringen von Viren und Bakterien erschwert. Wichtig sind zudem ein ausgewogener Vitamin D-Spiegel, Probiotika, Zink und eine vitaminreiche Ernährung. Ein guter Tipp zur Verbesserung der Luftqualität in geschlossenen Räumen ist zudem ein Raumspray mit dem ätherischen Öl der Edeltanne. Und- wie wir jetzt schon alle wissen: Oft die Hände waschen. Seife ist nachweisliche eine wirklich gute Waffe gegen Viren."

 

Welche anderen pflanzlichen Grippemittel sollten wir unbedingt zu hause haben?

Christina Wolff-Staudigl: "Die Klassiker sind natürlich Kamille, Thymian, Holunder, Lindenblüte und Salbei, aber auch Honig und Propolis. Ein Honigbrot mit etwas Thymian nennt man zum Beispiel auch das „Hustenbrot“. Ebenso Sauerkraut, Kohl, Kresse, Knoblauch, Äpfel und Vitamin-C reiche Früchte. Ein weniger bekannter Tipp dazu ist Leinöl – täglich einen Teelöffel im Müsli oder Smoothie wirkt nicht nur immunstärkend. Die besondere Zusammensetzung der Omega-3-Fettsäuren von Leinöl wirkt positiv auf die Zellmembranen. Das kann auch bei der Abwehr von Viren sehr hilfreich sein."

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