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Warum Balenciaga nicht mehr nur auf Perfektion setzt: Spring 2022

Wir alle leben in einer Filterblase, in der man kaum zwischen Fakten und Fiktionen unterscheiden kann und Authentizität buchstäblich zum Fremdwort mutiert. Balenciaga möchte die Blase zum Platzen bringen.
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Foto: Balenciaga

Die Balenciaga Spring 2022 Kollektion ist nun veröffentlicht und befasst sich dieses Jahr mit einem Thema, welches aktueller denn je ist. Der technologische Fortschritt scheint schon lange nicht nur Segen zu sein, sondern verzerrt die Wahrnehmung der Realität auf dramatische Art und Weise. Aufgrund dem technologiebeeinflussten Zustand fällt es Menschen schwer zwischen bearbeiteten und authentischen Inhalten zu differenzieren und führt zu einer beängstigenden Gegebenheit: einer Welt voller digitalen Klone.

Die Kollektion besteht aus insgesamt 44 Looks, in denen nicht nur neue Formen und die verschiedensten Silhouetten, sondern auch funktionale Accessoires präsentiert werden. Prints, die aus der Gesamtheit von Balenciaga-Produkten entstehen sollen zum Beispiel an Icons des Computer-Desktops erinnern. Die Farbe Schwarz zieht sich konstant durch die ganze Kollektion, wobei immer wieder auch bunte Farben und Floral-Prints zu sehen sind.

Foto: Balenciaga 

Unter dem Namen „The Hacker-Projects“ launched Balenciaga ebenfalls Taschen, welche absolut identisch zu den allbekannten Gucci Monogramm-Taschen sind, jedoch mit Doppel-B-, statt dem ikonischen Doppel-G-Logo. Damit kritisiert und hinterfragt Balenciaga die Authentizität und Fälschung in der aktuellen Modeindustrie. Diese Absicht wird auch durch Prints wie „No Comment“, „Your Ad here over a hotline number“ und „Bébé“ - der französische Begriff für Baby, aber auch die Aussprache der Doppel-B-Monogramms, unterstrichen.

Foto: Balenciaga 

Auch der Cyber-Goth-Stil wird aufgegriffen, sei es in Cargo-Hosen, Röcken oder Overalls. Diese wurden mit Accessoires wie Metallreifen, Nieten und Reißverschlüssen aufgearbeitet und werden meist mit Hoodies kombiniert.  Womöglich symbolisiert das ebenfalls die Anonymität der Menschen und lässt das Model auf dem Laufsteg, welches übrigens immer dasselbe war, kaum wieder erkennen. Das Thema Deep-Fake und Digital Clone lässt sich also ebenso in der Fashion-Show verfolgen. 

Abendmode durfte in der Kollektion auch nicht fehlen. Besonders faszinierend war definitiv das letzte Teil auf dem Laufsteg. Ein rotes, langes Samtkleid, welches an die ersten Kollektionen von Cristóbal Balenciaga erinnert, jedoch laut Designer Demna Gvasalia von Drag Artisten inspiriert wurde.

Foto: Balenciaga 

Bei der Fashion-Show, welche auf Youtube verfügbar ist, handelt es sich um eine Inszenierung. Das in komplett schwarz gekleidete Publikum bestaunt die Kollektion, während viele Smartphones auf den Catwalk gerichtet sind. Es ist also eine „Show, die nie stattgefunden hat“, wodurch die Authentizität unseres Alltags hinterfragt wird.

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