Beauty

„Es muss auch die persönliche Connection stimmen“

Exklusiv: Acqua di Parma-CEO Laura Burdese im Interview über die Limited Edition mit Künstler Gio Pastori.
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Die Sonne strahlt über Mailand – Konkurrenz kann ihr nur eine machen: Laura Burdese, CEO der Traditionsmarke Acqua di Parma, ist eine Naturgewalt mit sonnigem Gemüt und beeindruckt mit ihrem untrüglichen Geschäftssinn und Instinkt. Wir sprechen mit Ihr über den neuesten Clou der Marke: Eine Weihnachtsedition mit dem italienischen Künstler Gio Pastori.

Stimmt es, dass der erste Kontakt mit Gio Pastori über Instagram zustande gekommen ist? 
Ja, wir sind seinem Account gefolgt und haben uns in seine Arbeiten verliebt. Wir wollten mit einem italienischen Künstler Zusammenarbeiten und sind so auf ihn gestoßen. Er war ja bereits auf der Forbes-Liste für die Top 30 Künstler unter 30 und wir haben seine Arbeiten länger verfolgt. Als es dann konkreter wurde, hat mein Team gemeint: Wir schicken ihm einfach eine Message über Instagram und dann sehen wir weiter. So funktioniert es heutzutage mit jungen Künstler.

…Zumal er (noch) keinen Agenten hat!
Das stimmt, wir haben alles direkt mit ihm besprochen – es war so einfach und unkompliziert, bestimmt auch durch die direkte Kommunikation. Wir sind zwar eine internationale Marke, aber immer noch klein im Vergleich zu so manchem Kosmetikriesen, deshalb war uns eine persönliche Zusammenarbeit umso wichtiger.

Da stellen Sie das eigene Licht aber unter den Scheffel – das Unternehmen hat weltweit über 350 Mitarbeiter…
Ja, wir werden natürlich größer und größer aber trotzdem arbeiten wir immer besonders gerne mit anderen kleinen Unternehmen oder jungen Künstlern zusammen. Das macht es auch sehr viel authentischer.

Bei einer Kooperation wie dieser: Wie entscheidet man sich für den jeweiligen Künstler?
Erstmal folgen wir ihrer künstlerischen Entwicklung und beobachten diese über einen längeren Zeitraum um festzustellen, ob sie auch zu unserer Ästhetik und zu unserem Stil passen. Im Anschluss lernen wir sie dann persönlich kennen – wir arbeiten schließlich mit Menschen und es ist ganz wichtig, dass es hier auch auf dieser Ebene stimmt: Kann sich die Person mit der Marke identifizieren? Kann sie die Werte der Marke auch gut interpretieren? Es ist uns in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal passiert, dass wir zwar mit Künstlern aufgrund ihrer Ästhetik gut zusammengefunden hätten, aber die Wertvorstellungen dann andere waren.

Hört man am Ende dann auf das Bauchgefühl, oder ist es doch eine Kopfentscheidung?
Es geht uns immer um eine Zusammenarbeit – diese Kollaborationen sind ja auch eine Ausnahme und nicht das Kerngeschäft der Marke, da läuft es natürlich anders – aber wenn es um solche Kooperationen geht, die wir wirklich selten machen, dann wollen wir uns auch voll und ganz auf die Person einlassen können. Deswegen muss vor allem die persönliche Connection stimmen. Ich bin aber davon überzeugt, dass das die Kunden auch spüren!

Gerade im Vergleich mit den vorangegangenen Künstlern – wie war die Arbeit mit Pastori?
Einfach fantastisch! Er hat bereits mit einigen Marken gearbeitet und gerade dabei noch weiter aufzusteigen, trotzdem hat er keinen Agenten und sich um alles persönlich gekümmert. Er ist ein unglaublich wacher Geist und sehr umgänglich. Man hat gemerkt, dass ihm auch viel an der Kooperation liegt!

Gab es Vorgaben von Ihrer Seite?
Nein, überhaupt nicht! Als ersten Schritt wollten wir, dass er komplett freie Hand hat – hier waren sehr ausgefallene Entwürfe dabei, die vielleicht ein bisschen zu viel des Guten waren. Aber dann haben wir sehr schnell eine gemeinsame Basis gefunden und es ging nur noch um den Feinschliff.

Lenkt die Verpackung nicht von dem Produkt ab?
Nein, das denke ich überhaupt nicht – unsere ikonische Verpackung ist auch Teil der Identität der Marke und gehört einfach dazu. Aus unseren Umfragen geht hervor, dass die Leute die Verpackungen auch nicht wegwerfen, sondern meistens aufbewahren und wiederverwenden - das ist auch eine Ehre!

Ist es die Verpflichtung von Marken Künstler zu fördern, weil es der Staat nicht mehr in ausreichendem Umfang tut?
Die Verpflichtung nicht, aber es ist großartig, dass manche Marken diese Rolle übernehmen und die Kunst fördern. Das liegt uns ebenfalls sehr am Herzen und ist seit vielen, vielen Jahren ein Teil unserer Marke. Es ist also für uns keinesfalls eine Modeerscheinung – im Gegenteil.
 

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Die von Gio Pastori gestaltete, limitierte Weihnachts-Edition für Acqua di Parma ist bereits im ausgewählten Fachhandel und im Onlineshop der Marke erhältlich.

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