Beauty

Holistisches Schönheitsbild

Der Zahn der Zeit macht vor niemandem Halt. Dennoch lässt sich das Tempo nehmen. Frisch bleiben – ohne einen chirurgischen Eingriff und ohne Ausfallzeiten auf dem gesellschaftlichen Parkett. Dr. Golnaz Delir vom „Kuzbari Zentrum für Ästhetische Medizin“ gibt Einblicke in non-invasive Behandlungsmethoden.
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Die Ultraschall-Energie stimuliert die körpereigenen Regenerationskräfte für den Kollagenbildungsprozess, bereits vorhandenes Kollagen wird remodelliert, ohne die oberste Hautschicht anzugreifen.

Vor nicht allzu langer Zeit war die plastische Chirurgie das einzige Mittel, um unverzüglich Verjüngungseffekte zu erzielen. Inzwischen gibt es eine Fülle an alternativen Behandlungsmethoden im Umgang mit Alterungsprozessen.

Um diesem Schritt vorzubeugen, lässt es sich im Idealfall schon vor Beginn der altersbedingten Verdünnung der Haut mit ästhetischen Maßnahmen gegensteuern. Mit dem Konzept von einem generationsübergreifenden „Full-Face-Approach“ wird der Ansatz verfolgt, dass, je nach Lebensalter der Person, entsprechende Behandlungsverfahren wie „Skin-Boosting“, Unterspritzungen oder „Softlifts“ zum Einsatz kommen, womit sich invasive Methoden im späteren Alter erübrigen können.

Könnten Sie das Konzept hinter dem generationsübergreifenden „Full-Face-Approach“ etwas näher beschreiben?

Jede Klientin, ob sie sich nun in ihrer Lebensphase als Oma, Mutter oder Tochter befindet, hat eine individuelle Hauttextur. Entlang dieser Phasen können wir auf die sich veränderten Bedürfnisse ihrer Hautbeschaffenheit, mit sanften Behandlungsmethoden durchaus effektiv, reagieren.

Im Prinzip begleiten Sie dann Ihre Klienten bei den fortlaufenden Veränderungsprozessen ein Leben lang?

Wenn ein Vertrauensverhältnis erstmal aufgebaut ist, dann freue ich mich sogar sehr darauf, gemeinsam mit ihnen zu altern. Um beim Begriff „Full-Face-Approach“ zu bleiben: Mittlerweile hat sich in der ästhetischen Medizin auch der Trend durchgesetzt, dass man anstelle von einer isolierten Einzelregion-Behandlung das Gesicht in seiner Gesamtheit betrachtet und Empfehlungen nicht zuletzt basierend auf langjähriger Erfahrung macht und diese nach Aufklärung auch umsetzt. Grundsätzlich dazu und als Ausgangspunkt jeder Behandlung sollte der Körper der Patientin als Gesamtbild betrachtet werden. Das Ergebnis einer erfolgreichen Behandlung sollte dahingehend sein, dass am Ende das Gesicht der Klientin mit ihrem Hals, Dekolleté und Händen harmoniert.

Harmonie! Da ist der Gedanke zum Frühling nicht fern – und damit auch der Wunsch, jung und fit auszusehen. Gibt es eine non-invasive Behandlungsmethode, die dieser ewigen Sehnsucht am ehesten gerecht wird?

Das ist immer individuell zu betrachten. Bei unserem kostenfreien Erstgespräch versuchen wir die Wünsche der Klienten zu verstehen. Dabei steht zunächst die gesamte gesundheitliche Konstitution im Vordergrund. Wenn sich jemand schon mit einer bestimmten Behandlungsidee an uns wendet und es fällt uns ein medizinisches Problem auf, dann gehört das erstmal abgeklärt. Dafür sind unsere Klienten, in diesem Fall Patienten, auch dankbar, dass wir das gesamte medizinische Spektrum abdecken können, ehe wir eine Empfehlung aussprechen. Dann ist bei der Wahl der Behandlung noch wichtig zu klären, wie stark die Person bei den Prozessen mitwirken möchte.

Dr. Golnaz Delir stellt ihre Expertise in die Dienste des auf ästhetische Medizin fokussierten „Kuzbari“-Zentrums. Im Herzen der Wiener Altstadt erfüllt man dort die höchsten Standards an Plastischer Chirurgie, Dermatologie und Kosmetik.

Sie meinen, es gibt Behandlungen, die die Mitarbeit der Klienten verlangen?

Es gibt kaum eine Behandlung, die zum Erfolg führen kann ohne das persönliche Engagement der betroffenen Person. Vollwertige Nahrung, stabiler Wasserkonsum, gesunder Schlaf, moderater Sport, wenig Alkoholkonsum, Sonnenschutz sowie das Vermeiden von Solariumbesuchen, Nikotinabstinenz und Ähnliches, sind alles bekannte Komponenten für einen gesunden Lebensstil, die dazu beitragen, den Hautalterungsprozess abzumildern. Stichwort Nachbehandlung: Um zum Beispiel einer Hyperpigmentierung nach einem chemischen Peeling erfolgreich entgegenzuwirken, muss sich die Klientin regelmäßig mit Sonnenschutz eincremen und auch der Behandlung Zeit einräumen, damit die Haut sich nach der Behandlung regenerieren kann. Dabei lassen wir auch nie außer Acht, wie kompatibel die Wunschvorstellung der Klientin mit der Ist-Situation ihrer Anatomie ist.

Wunschvorstellung versus Ist-Situation ihrer Anatomie: Da schwingt etwas Desillusion mit – oder nicht?

Die Klienten kommen zu uns mit einer konkreten Wunschbehandlung. Natürlich darf ich das Problem nicht vernachlässigen. Aber ich kann die Körperregion in grosso modo durchleuchten, um aus fachärztlicher Sicht die ästhetische Priorität zu definieren und gleichzeitig dem Hauptanliegen nachkommen. Wenn nun ein Patient darauf besteht, sich die Lippen derart aufspritzen zu lassen, womit sein Gesicht regelrecht entstellt wird, kann man schon enttäuscht sein. Hier kann ein ausreichend aufklärendes Gespräch und die Betrachtung aller Proportionen im Gesicht sehr hilfreich sein, denn gerade mir ist bei ästhetischen Behandlungen ein natürliches Ergebnis besonders wichtig.

Botox und Hyaluron sind die prominentesten und beliebtesten Alternativen zu einem klassischen Facelift und werden mittels Injektionen der Haut zugeführt.

Streng genommen zählen sie zu den minimal-invasiven Methoden mit Sofort-Effekt. Zu den wirklich sanften Methoden, um das Hautbild sichtbar zu straffen, zählen zum Beispiel Ultherapy oder Frax-Laserung. Aber viel zentraler als diese Unterscheidungen von non-invasiv bzw. minimalinvasiv zu invasiven Behandlungen sollte eher der gesunde kritische Blick auf den Klienten sein.

Guter Punkt: Warum werden diese Verfahren eigentlich automatisch mit einem geringeren Risiko in Verbindung gebracht?

Das ist in weiten Teilen auch richtig so. Dennoch ist die Betrachtung der individuellen Umstände das A und O. Hinzu kommt, dass die sozialen Medien diese Annahme auch unaufhaltsam füttern. Meine subjektive Beobachtung ist, dass die ständige Berieselung mit optimierten Bildern und Selfies mit Beautyfiltern, natürlich abhängig von der Persönlichkeit der Patientin, zu einer verfälschten Wahrnehmung ihrer selbst führen kann! Daher sehe ich es als wichtige Aufgabe, ein ausführliches Erstgespräch zu führen, wobei reale Ziele gesetzt werden und Patienten auch über mögliche Nebenwirkungen ausreichend gut informiert werden.

Fotos: Kuzbari

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