Art & Culture

Sandro Kopp in Wien: eine Nahaufnahme

Der deutsch-neuseeländische Künstler, Sandro Kopp, beehrt mit seiner neuen Ausstellung Wien. Seinen tiefsinnigen Portraits stellen wir ein ebensolches gegenüber. Ein Bericht über intensive Augenblicke, kunstvolle Zoom-Konferenzen und die Eigenwahrnehmung.
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Bild: Sandro Kopp

„Eine Erkundung der subjektiven Perspektive, die uns die figurative Malerei bietet“, das erwartet Besucher in der neuen Ausstellung „Artist Statement – Intensivstationen“ von Sandro Kopp in Wien. Der Ausnahmekünstler mit deutsch-neuseeländischen Wurzeln hat dabei Auszüge aus gleich drei Werkgruppen mit im Gepäck, die ab 03.06 in der Sammlung „Friedrichshof Stadtraum“ gezeigt werden. Die Selektion ist dabei bezeichnend für die Arbeit des gebürtigen Heidelbergers. Der Bogen spannt sich von Selbstportraits bis hin zu einfühlsamen Studien, die via Zoom-Sessions entstanden sind.

Sandro Kopp in Wien: Schau mir in die Augen

Kunst-Aficionados muss das Werk von Kopp nicht lange erklärt werden – bekannt ist der 1978 geborene Maler für seine figurative Kunst, die es scheinbar mühelos schafft, nicht nur die Anatomie, sondern auch die Seele der Portraitierten einzufangen. Dafür bedarf es oft nur einem tiefen Blick in die Augen des Gegenübers. „Jedes Auge ist als Fenster für die Wahrnehmung der besonderen Atmosphäre sowohl der Sitzung als auch der Verbindung mit dem Dargestellten gedacht“, heißt es zu der Serie mit Augenportraits. Entstanden sind die Nahaufnahmen an den unterschiedlichsten Plätzen auf der ganzen Welt. Von Teegärten in Bangladesch über Kopps Atelier in Schottland – dort hat Kopp den Augenblick genützt und bis ins Detail die Augen seiner Freunde und Familienmitglieder auf Leinwand gebannt. Ein genauer Blick lohnt sich auch für die Besuche: Gelegentlich enthält die Reflexion in der Pupille auch ein winziges Selbstporträt.

Selbstportrait ist dabei ein gutes Stichwort, denn auch diese werden im Rahmen der Ausstellung gezeigt. „The New Me III“, heißt die Serie bei der Kopp sich für 28 Tage (ein Mondmonat) vor dem Spiegel selbst portraitiert. „Dies ist die dritte Serie in einem größeren Werk, das 2007 begonnen wurde. Jedes Gemälde wird fertiggestellt und so belassen, wie es ist, wenn das nächste begonnen wird“, heißt es von dem Künstler.

"Jedes Auge ist als Fenster für die Wahrnehmung der besonderen Atmosphäre ..."
Bild: Sandro Kopp

Kopp und die Quarantäne

Zu guter Letzt wird es noch die Lockdown-Zoom-Porträts zu bestaunen geben. Entstanden sind sie im vergangenen Jahr während Videochat-Gesprächen. „Die Ungewissheit der Pandemie gab mir das Gefühl, dass Ölgemälde in diesem Moment eine zu dauerhafte Sache wären“, meint Kopp zu der Wahl des Mediums, „also wählte ich den leichteren Weg kleiner Zeichnungen.“ Im Nachhinein vermitteln sie vielleicht die Hoffnung, dass diese schwierige Zeit irgendwann verblasst, so wie die Farben, die diesen Moment darstellen, heißt es weiter.

Vom 03. Juni bis 30. Juli ist die Ausstellung "Artists Statement – Intensivstationen" von Sandro Kopp in der Sammlung "Friedrichshof Stadtraum", Schleifmühlgasse 6, 1060 Wien, zu bewundern. 

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