Accessoires

Von Lady Di bis Audrey: 6 Taschen, die von Royals und Ikonen "erschaffen" wurden

Models, Prinzessinnen, Popstars: Bis heute verdanken zahlreiche Luxushäuser "magische" Umsätze jenen Ikonen, die ihre Taschen in der Öffentlichkeit tragen. Die Aura des Prestiges ist etwas, das sich nicht mit reinem Design erklären lässt.
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Ein Flug später oder ein anderer Platz im Flugzeug und die Welt der Luxustaschen würde heute bedeutend anders aussehen. Oder: Was wäre wenn Grace Kelly nicht gefallen an einer trapezförmigen, minimalistischen Tasche gefunden hätte? Oder: Was wäre wenn Audrey Hepburn sich nicht eine kleine Version einer berühmten Louis Vuitton Tasche gewünscht hätte? Diese Fragen kann man sich zu Recht stellen. Denn sie beeinflussen alle die Welt der Accessoires, der Luxusgüter und sind Pop-Ikonen für sich. Von Lady Dior bis Birkin Bag, von Kelly Bag bis Speedy. Sie alle sind Teil des Taschen-Olymps. Tausendfach kopiert und mit einer Aura umgeben, die nur mit der Legende von Heritage erreicht werden kann.

Lady Diana x Lady Dior

Als Ikone des Hauses ist die „Lady Dior“ Handtasche symbolisch mit der Geschichte von Lady Diana, Prinzessin von Wales, verbunden. Im September 1995 überreichte ihr die First Lady Frankreichs anlässlich der Eröffnung der Paul-Cézanne-Retrospektive im Grand Palais in Paris eine Dior-Tasche, die damals noch nicht auf dem Markt war und „Chouchou“ hieß. Im November desselben Jahres begibt sich die Prinzessin auf eine offizielle Reise nach Argentinien: Als sie in Buenos Aires aus dem Flugzeug steigt, erscheint sie mit der Tasche, die sie einige Wochen zuvor geschenkt bekommen hatte; eine Szene, die auf einem Foto verewigt wurde, das um die Welt ging.


Das Accessoire wurde zu einem der Must-Haves von Lady Di. Sie wünschte sie sich auch eine marineblaue Version, passend zu ihrer Augenfarbe. Dank dieser außergewöhnlichen Patin, die die modernen, eleganten Kurven der Tasche liebte - und einfach, weil sie ihr „gut stand", wie sie selbst sagte - wurde die Tasche offiziell in „Lady Dior" umbenannt.

Jane Birkin x Birkin Bag 

Es war ein Flug von Paris nach London im Jahr 1981, der die Mode- und Taschenwelt für immer verändern sollte. Wie kein anderes Designhaus hat sich Hermès mit der Birkin Bag in die Geschichte der begehrtesten Taschen eingeschrieben und damit eine Ikone geschaffen, die eigentlich auf ein Körbchen zurückzuführen ist. Das Körbchen von Jane Birkin, das sie versuchte in die Handgepäcksablage des Fliegers zu befördern und sich beim damaligen Hermès-CEO, Jean-Louis Damas, der - nach einem Upgrade von Birkin in die Business-Class - ein Sitznachbar an diesem Tag war, beschwerte, dass es keine passenden Taschen für Frauen gäbe, die genug Platz bieten. Auf einem kleinen Stück Papier wurde die erste Birkin Bag an diesem Tag kreiert. 

Die Birkin Bag war nach ihrem Release allerdings kein sofortiger Hit, sondern hat sich erst über die Jahre ihren Status im Luxus-Olymp erkämpft. Die Preissteigerungen der letzten Jahre, inklusive den Rekord-Preisen, die bei Auktionen rund um die Welt erzielt werden, tun ihr übrigens zur Legendenbildung. 

Die vielen Varianten, wie verschiedene Farben, Leder oder Metallbeschläge, machen jede Birkin zu einer ganz besonderen. Die erste, die Jane Birkin übrigens von Hermès bekommen hat, ist in einem schlichten, klassischen Schwarz mit goldenen Beschlägen.

Audrey Hepburn x Speedy Bag 25

Dass Audrey Hepburn einen Klassiker erschuf, ist wohl eine der bekanntesten unbekanntesten Geschichten des Mode-Universums. Die Hollywood-Schauspielerin mit den berühmten Rehaugen, die bereits Hubert de Givenchy in den Mode-Olymp durch "Breakfast at Tiffany's" hob und damit das Kleine Schwarze zu einem "Wardrobe Staple" machte, hat sich auch mit einer Tasche unsterblich gemacht. Und diese stammt von Louis Vuitton. 

Und die Geschichte geht in etwa so: Audrey Hepburn liebte Louis Vuitton für ihre Travel Accessoires und entschied sich als Handgepäck für die Speedy. Nach ihrem Erfolg von "Breakfast at Tiffany's" ließ sie sich die Speedy, allerdings um fünf Zentimeter kleiner anfertigen. Wohl auch passend zu ihrer Körpergröße. Hepburn, die ihre Speedy nur selten aus den Augen ließ, war mit ihr auf zahlreichen Papparazzi-Fotos ab 1965 zu sehen. Seit damals ist die Louis Vuitton Speedy eine Legende und Louis Vuitton produziert immer noch die Größe 25.

Bis heute ist die Speedy Bag von Louis Vuitton in unterschiedlichen Größen erhältlich und hatte bereits verschiedene Canvas-Oberflächen, die mal bunt oder klassisch in Braun waren. Die Speedy wird in den vier Größen 25, 30, 35 und 40 produziert, wobei die Zahlen jeweils die Zentimeter der Länge angeben.  

Grace Kelly x Kelly Bag 

Gewusst, dass die Hermès Sac à dépêches der eigentliche Name für die Kelly Bag ist? Der Name Kelly Bag kam erst nach der unglaublichen Popularität und Aufmerksamkeit, die sie bekommen hat, als Grace Kelly ihren Babybauch verbarg. Damals war sie bereits Fürstin von Monaco und von der Presse belagert. Als Stapel in ihrer Garderobe, ist die Sac à dépêches oft von ihr getragen worden. 

1935 kam die Tasche erstmals als „Petit Sac Haut à Courroies“ auf den Markt. In der Taschen-Familie von Hermès ist sie heut eine der ältesten. Die Reihe entstand noch vor dem Aufkommen des Automobils. Die Hermès Kelly Bag wird aus Courchevel/Kalbsleder gefertigt und ist mit ihrem trapezförmigen Korpus bereits Patin für viele andere Taschenmodelle anderer Designermarken gewesen. 

 

Gisele Bündchen x Luella Bag 

Zugegeben: Es ist keine französische Marke und nicht Teil der französischen Modegeschichte, aber trotzdem müssen wir an dieser Stelle über die Luella Bag von Mulberry erzählen.

Es werden sich nicht mehr viele an die Luella Bag erinnern, doch im Y2K-Trend mit dem Fashion-Revival der 2000er ist sie bereits in einigen Nischen wieder vorhanden. Die Tasche steht für das Revival der britischen Marke Mulberry, die damit ihren glamourösen Aufstieg (für einige Jahre) beginnen konnte. 

Es war einer dieser Momente, die ungeahnt Modegeschichte schrieben: Als das damalige Über-Model Gisele Bündchen 2002 als First Face der Marke über den Laufsteg lief und die Tasche kurzfristig in die "Gisele Bag" von Modejournalisten umbenannt wurde, war sie am Ende einer langen Geschichte angekommen, die damit begann, dass Designerin Luella Bartley es sich nicht leisten konnte Taschen selbst zu produzieren. Also trat sie an den damaligen Mulberry-CEO Stuart Vevers heran, der sie kurzerhand die "Luella Bag" designen ließ. 

Mit ihrem "Bag Charm" in Form eines Herzens und ihren Bondage-artigen Straps, war sie die "Bag du Jour", die binnen kürzester Zeit Dank der Strahlkraft und dem Appeal von Bündchen ausverkauft war. Die Handtasche gilt als eine der ersten it-Bags des neuen Jahrtausends. Mit einem "Einstiegespreis" von £595, war sie auch noch einigermaßen leistbar.

Luella Bartley kann sich an die wilde Zeit vor fast 20 Jahren noch gut erinnern und erzählte einmal in einem Interview: "Es war nicht geplant. Die Presse hat sich überschlagen und die Tasche wurde als Gisele Bag bekannt. Ich habe das überhaupt nicht geplant und mich bei Gisele Bündchen dafür entschuldigt, ihr einen Brief geschrieben." 

 

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