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Die Herausforderungen als Unternehmerin und wie man sie bewältigt

Was haben Kylie Jenner, Sarah Blakely, Rosalia Mera, Gisele Bündchen und Oprah gemeinsam? Sie alle sind laut Forbes-Magazin eine der mächtigsten und einflussreichsten Unternehmerinnen führender Milliarden-Dollar-Imperien.
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Neben diesen starken Frauen entscheiden sich jedes Jahr mehr und mehr Frauen, erfolgreiche Gründerin und CEO ihres eigenen Unternehmens zu werden. Während all diese geschäftstüchtigen Frauen andere Frauen auf der ganzen Welt inspirieren, bleibt das Unternehmertum jedoch nach wie vor ein traditionell von Männern dominierter Bereich. Es hat sich gezeigt, dass der Mangel an weiblichen Gründern nicht auf den fehlenden unternehmerischen Appetit zurückzuführen ist, es jedoch zahlreiche Belege dafür gibt, dass Frauen bei der Gründung und Führung eines Unternehmens vor großen Herausforderungen und Hindernissen stehen.

 

Der Kampf ernst genommen zu werden

Es ist im Allgemeinen nicht immer einfach eine berufstätige Frau zu sein, da Männer nach wie vor in Unternehmen die Mehrheit bilden und sich häufig daraus starke Allianzen ergeben, was es einem als Frau erschwert in den soganannten „Boys Club“ einzudringen und sich dort Platz zu schaffen. Tiefe geschlechtsspezifische Vorurteile und Stereotypen führen dazu, dass weibliche Gründer und CEOs besonders in einer von Männern dominierten Branche, wie zum Beispiel IT, häufig in Ihrer Führungsrolle nicht anerkannt und belächelt werden. Die Sektoren, in denen die Mehrheit der Frauen Unternehmen gründet, lassen sich grob in die Bereiche Lifestyle-Konsumgüter, Mode, Kunst, Gesundheit und Bildung zusammenfassen. In diesen Branchen sieht die Mehrheit der Männer Frauen richtig platziert, sieht diese jedoch auch als weniger wichtig an als zum Beispiel Startups im Bereich Softwareentwicklung und -engineering.

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Der fehlende Zugang zu Finanzmitteln

Nicht alle Gründer von Startups suchen nach Investoren, um ihr Unternehmen erfolgreich auf den Weg zubringen. Diejenigen, die davon Gebrauch gemacht haben, wissen wie aufregend das Pitchen vor Investoren sein kann. Die Suche nach Investoren ist jedoch für Unternehmen mit weiblichen Gründern noch schwieriger. In 2019 wurde in Deutschland beispielweise weniger als 8% in von Frauen geführten oder von Frauen gegründeten Unternehmen investiert.  Investoren suchen normalerweise nach Unternehmen, die das Potential aufweisen ihre Unternehmensbewertung auf über 1 Milliarde US-Dollar steigern zu können. Frauen neigen bei solchen Pitches häufig dazu, zu konservativ zu sein, Projektionen nicht zu übertreiben und oft zu realistische Zahlen zu präsentieren. Männer hingegen neigen zu übertreiben, was dazu führt, dass Investoren die präsentierten Zahlen oft herunter handeln. Investoren, bei denen es sich in der Regel um Männer handelt, gehen also häufig auch davon aus, dass die von Unternehmerinnen präsentieren Zahlen ebenfalls geschöhnt sind, weshalb die bereitgestellten Finanzmittel geringer ausfallen oder das Potenzial von 1 Milliarde US-Dollar gar nicht erst gesehen wird. Diese Dynamik müssen Sie als Frauen lernen zu verstehen – statt kleckern auch mal klotzen! Oder sich direkt auf Venture Capital Unternehmen und Business Angel konzentrieren, die sich auf weiblich geführte Unternehmen spezialisiert haben und neben Kapital auch durch Strategie- Workshops unterstützen.

Die Vereinbarkeit von Business und Familie

Work-Life-Balance ist oft ein Ziel was Unternehmer und Unternehmerinnen hoffen durch Ihre Selbstständigkeit zu erreichen. „Momtrepreneur“, also gleichzeitig Unternehmerin und Mutter zu sein, bedeutet der Spagat seine Familie und sein eigenes Unternehmen gleichzeit zu managen. Das stellt im Alltag eine große Herausforderung dar. Daher gewinnt das Konzept der „Work-Life-Blend“ immer mehr an Bedeutung - und das aus gutem Grund. Für viele „Momtrepreneurs“ kann es schwierig sein vollständig von der Arbeit abzuschalten. Die „Work-Life-Blend“ besagt daher, dass es kein ideales Gleichgewicht zwischen Familie und Unternehmen gibt, nach dem man streben sollte. Stattdessen sollten Frauen für eine geeignete Mischung von Familie und Arbeit sorgen, Prioritäten definieren, die regelmäßig verschoben werden können, um sich von dem Streben nach Perfektion zu verabschieden. Um eine gute Mischung herzustellen, sollten  Unternehmerinnen lernen Mitarbeitern zu vertrauen, Aufgaben zu delegieren und bei Bedarf im Umfeld um Hilfe bitten.

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Die fehlende Risikobereitschaft

Jedoch führen nicht nur externe Faktoren dazu, dass beispielsweise in Deutschland die Gründerinnenquote nur 15% beträgt. Wenn eine Frau ein Unternehmen gründet, ist es häufig das erste Mal in ihrem Leben, dass sie sich vollständig auf sich selbst verlässt. In diesem Fall neigen Frauen oft dazu, in eines von zwei Verhaltensmustern zu fallen: Es gibt diejenige, die nach der Gründung ihre Füße ganz langsam ins Wasser taucht und dann langsam einsteigt, während andere Kopfüber reinspringen. Sollten Sie sich in der ersten Gruppe wiederfinden und eher Probleme haben, sich mit Vollgas auf Ihr neues Business einzulassen, nehmen Sie sich etwas Zeit, um herauszufinden, warum. Häufig geht es hierbei nicht um Geld,  sondern um andere Faktoren. Angst vor dem was Ihre Familie denken wird, oder die Angst wenn es darum geht Ihre Idee vor fremden Menschen zu präsentieren. Auch haben Frauen häufiger die Befürchtung zu scheitern und sind daher zurückhaltender, um nicht mit dem tatsächlichen Ergebnis konfrontiert zu werden, obwohl Studien zeigen, dass von Frauen geführte Unternehmen tendenziell erfolgreicher sind, als die von Männern.

 

Die zu niedrige Messlatte

Abgesehen von dem Gefühl der Unsicherheit und die fehlende Risikobereitschaft, unterschätzen viele Frauen, was sie wirklich erreichen können. Oft gründen Frauen Startups mit außergewöhnlichen Geschäftsideen, ohne  wirklich zu bemerken, wie erfolgreich ihr Unternehmen sein könnte. Warum? Häufig gründen Frauen aus einer „Hobby-Denkweise“, um nebenbei ein bisschen mehr Geld zu verdienen und halten damit ihr Geschäft auf einem niedrigen Niveau. Generell ist diese Denkweise natürlich nicht falsch, jedoch es ist auch in Ordnung, eine große Visionen zu haben und in größeren Dimensionen zu denken – eben wie Männer! Hierbei ist es wichtig, sich ein Netzwerk von Frauen aufzubauen, die Sie und Ihren Erfolg unterstützen  und mit denen Sie Ihre Ängste und Sorgen offen besprechen können. Das baut Selbstvertrauen auf und lässt die oft geführten negativen Selbstgespräche verschwinden.

 

Die Zukunft ist vielversprechend

Die Zukunft für Gründerinnen ist sicherlich viel versprechend, ein starkes Ökosystem was Gründerinnen unterstützt, wächst und ist so vernetzt wie nie zuvor. Immer mehr Initativen die Frauen bei der Gründung unterstützen sind stark im Fokus, eine Frau zu sein, muss Sie als Unternehmerin also nicht zurückhalten, aber im Jahr 2020 müssen Sie möglicherweise weiterhin härter arbeiten und kreativer sein, um den Respekt Ihrer männlichen Kollegen und von Investoren zu erhalten.

Sabrina Gildehaus ist Modeexpertin und Fachfrau aus Berlin, die jetzt in Kiew in der Ukraine lebt.
Sie ist Gründerin der Modeberatung Gildehaus. Ihre Aufgabe ist es, Modemarken zu unterstützen und zu entwickeln und eine Gemeinschaft von Modeexperten zu schaffen.

Sie verfügt über mehr als 10 Jahre Berufserfahrung in der Modebranche. Zuvor arbeitete sie mit Tom Tailor, Joop! und Zalando SE zusammen. 

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https://www.instagram.com/sabrina.gildehaus/

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