Art & Culture

Gabrielle Chanel und die Literatur

Coco Chanel liebte das geschriebene Wort. Ein neuer Kurzfilm aus der Reihe "Inside Chanel" gibt nun einen Einblick in ihre besondere Beziehung zur Literatur.
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Rue Cambon; die Zuflucht von Gabrielle Chanel mitten in Paris

Für die Ikone war Literatur stets viel mehr als nur Unterhaltung. Eher eine innere Notwendigkeit, die ihren Ursprung in der Kindheit hatte und die es ihr ermöglichte, dem Schmerz des vorzeitigen Todes ihrer Mutter und der Abwesenheit des Vaters zu entkommen. Gabrielle Chanel träumte sich beim Lesen fort, fantasierte von der Jugend, der sie beraubt wurde, und floh vor der Realität.

Die Kataloge, Bücher und Fortsetzungsromane, die sie sammelte, bildeten eine Schule des Lebens. Eine Erziehung, die sie sich als Autodidaktin anbot und die bald ihren Charakter, ihr Temperament und ihre Beziehung zu anderen und zur Welt mitbestimmen sollte.

Das Lesen gab ihren Gedanken Struktur und wurde bald zu einer der Grundlagen ihrer Persönlichkeit. Diese Idee würde Gabrielle Chanel bald mit dem Mann ihres Lebens teilen. Ihre angeblich große Liebe Boy Capel führte sie in literarische Bereiche und in die großen philosophischen und heiligen Texte ein. Er war es, der sie zur Lektüre der größten Mythen der Menschheitsgeschichte animierte, deren Reiz bis heute anhält. Neben fiktiven Werken regte Coco Chanel zugleich durch die Poesie ihren Geist und ihre Vorstellungskraft an und ließ sich von der Schönheit der Worte für ihr eigenes Dasein inspirieren. Dazu zählten Paul Éluard, Charles Baudelaire und Guillaume Appollinaire.

 

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Er war Coco Chanels große Liebe: der englische Polospieler Arthur "Boy" Capel

Neben der Mode war für „Coco“ Chanel ihre Bücher-Sammlung eine Inspirationsquelle, mit der sich die Designerin laufend weiterbildete und mental in unbekannte Welten begab. Innerhalb weniger Jahre war sie eine versierte und täglich Praktizierende des "Reisens ohne Reisen" geworden, das das Lesen bot. In Büchern entdeckte sie Welten wie Asien, Persien und Ägypten, deren Kunst ihre Kreationen prägten. 

Interessanterweise weigerte sich Chanel jedoch eine eigene Biografie zu schreiben und zog es stattdessen vor, kürzere Maximen wie Lektionen in Stil und Eleganz zu produzieren. Als es darum ging, ihre Lebensgeschichte zu verfassen, vertraute sie dies einigen ihrer liebsten Schriftstellerfreunde an.

Seit ihrem Tod sind ihr mehr als 150 Werke, Biographien und Kunstbücher gewidmet worden, die in alle Sprachen übersetzt wurden.

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Die Geschichte einer Ikone

Um diese besondere Verbindung geht es in dem neuesten Kapitel von Inside Chanel. Das französische Modehaus hat eine Reihe von Kurzfilmen lanciert, die tiefere Einblicke in die Arbeit und Philosophie von Chanel und seiner berühmten Gründerin gewähren. Der neueste Teil von „Inside Chanel“ geht nun darauf ein, welche Bedeutung Bücher für Gabrielle Chanel hatten.

 

"Inside Chanel" Gabrielle Chanel und die Literatur

Fotos und Video: CHANEL

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